Beute
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- Philip Schlusslicht
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Du, meine Liebe, bist die Königin der Diebe. Nimmst klar meine Sicht, erscheinst mir wie Dickicht, ließt mich sitzen - im Unterholz - bis ich endlich mit Dir verschmolz. Bis hin zur Unkenntlichkeit erstreckt sich Deine Unendlichkeit, verbindest Verständnis zur Einheit und wirst von rein nichts zerteilt. Als Du mich dann ereiltest, Deine Macht mit mir teiltest, in meiner Güte verweiltest war es mehr als nur ein Test.
Blickten sie auf Dich, erschien es mir wie ein Stich direkt in mein Herzen, schwerlich zu verschmerzen. Wie wird mir nun? Was ist hier zu tun? Sollt’ ich nicht anderswo sein, Dich erhellen mit meinem Schein? Dabei gehörtest Du nie mir, warst nur manchmal die hier. So oft hab’ ich Dich vermisst, aus Hoffnung Deine Flagge gehisst. Wie oft verfiel ich Deiner List und hielt mich stumm an ihre Frist.
Du, meine Liebe, bist die Königin der Diebe. Gabst mir einst Dein Licht auf das es in mich sticht. Du nimmst mir meinen Stolz, wenn ich Dich vom Platze bolz. Denn Du sprichst Verständlichkeit bis hin zur Vergänglichkeit. Hast unter uns verweilt, Dich doch niemals beeilt. Ähnelst damit aber Egeln und allen and’ren Flegeln: Hältst Dich nicht an Regeln, wirst Dich nie einpegeln.
Vergessen soll ich mich und ganz vergeben an Dich. Du beliebst wohl zu Scherzen, willst meinen Willen ausmerzen. Sollt’ ich mich also ausruh’n? Oder Dein Wirken ausbuh’n? Was flüsterst Du mir ein, mit Deinem Worte so fein? Willst mich machen Untertan Dir und zuletzt lachen scheint mir. Doch muss ich Dich enttäuschen, gehöre nicht zu den Keuschen. Viele lauschen den Geräuschen: Wie bring ich Dich zum keuchen.